Die deutsche Zigarrenindustrie ist von kleinen und mittelständischen Betrieben geprägt. Die Unternehmen befinden sich fast ausnahmslos in Familieneigentum und sind zum großen Teil bis heute eigentümergeführt. Produziert wird weitgehend in strukturschwachen Regionen. Die deutsche Zigarrenindustrie zeichnet sich durch eine große Produktvielfalt aus. Derzeit gibt es mehr als 1.200 Zigarrenmarken auf dem deutschen Markt.

Die Produkte der deutschen Zigarrenindustrie sind von hoher Qualität und erfordern einen entsprechenden Einsatz in der Herstellung. Vielerorts sind die Produktionsabläufe noch immer zu einem beträchtlichen Teil mit Handarbeit verbunden. Im Verhältnis zu anderen Bereichen der Tabakindustrie ist die Zigarrenindustrie deshalb sehr personalintensiv und stellt in den Regionen, in denen sie angesiedelt ist, einen nicht zu unterschätzenden Faktor auf dem Arbeitsmarkt dar.

Seit den 1950er Jahren ist der Absatz von Zigarrenprodukten in Deutschland rückläufig. Dieser Trend setzt sich zwar langsam aber stetig bis heute fort. Aktuell führen insbesondere die wachsenden rechtlichen Restriktionen dazu, dass immer weniger Zigarren nachgefragt werden. Dank starker Zuwachsraten im Export können die Unternehmen der deutschen Zigarrenindustrie die Einbußen auf dem deutschen Markt zumindest teilweise kompensieren.