Der Nichtraucherschutz ist ein wichtiges gesundheitspolitisches Ziel für die Europäische Union und die deutsche Bundesregierung. Der BdZ plädiert dafür, in diesem Zusammenhang zwischen öffentlichen und privaten Räumen zu unterscheiden. An Orten, zu deren Aufsuchen es keine Alternative gibt – etwa Schulen, Ausbildungsstätten, Behörden und Bahnhöfe – sind Rauchverbote aus Sicht des BdZ durchaus begrüßenswert. Anders ist dies im Hinblick auf Orte, die freiwillig aufgesucht werden: Hier sollte die Entscheidung, ob geraucht wird oder nicht, den Bürgern selbst überlassen werden – dies natürlich unter strikter Berücksichtigung des gesetzlichen Jugendschutzes.

Nichtraucherschutz in der Gastronomie


Politisch umstritten ist die Regelung des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie, da sie eine rechtliche Abwägung gesundheitspolitischer Ziele und persönlicher Freiheitsrechte erfordert. Die meisten Bundesländer praktizieren gegenwärtig die Regelung, die Erlaubnis des Rauchens in kleinen Gaststätten mit einer Fläche unter 75 Quadratmetern der Entscheidung der Wirte zu überlassen. Ferner dürfen die Inhaber größerer Gaststätten über die Einrichtung abgetrennter Raucherräume entscheiden. Diese Kompromisslösung hat sich als praktikabler Interessenausgleich bewährt, der sowohl unter den Nichtrauchern wie auch den Rauchern eine hohe Zustimmung findet.

Der BdZ unterstützt diese Praxis. Die von einigen Parteien geforderte Einführung totaler Rauchverbote ist angesichts eines Raucheranteils von fast 30 Prozent in der deutschen Bevölkerung nicht angemessen. Die Einführung totaler Rauchverbote ohne entsprechende Ausnahmen schränkt nicht nur wesentliche persönliche Freiheitsrechte ein, sondern führt auch zu hohen finanziellen Verlusten und einem Abbau von Arbeitsplätzen im Fachhandel, der Gastronomie und der deutschen Zigarrenindustrie.

Die durch die Bundesländer verabschiedeten Nichtraucherschutzgesetze in der Gastronomie differenzieren nicht zwischen verschiedenen Tabakprodukten. Der BdZ setzt sich für die Gewährung von Ausnahmereglungen in den Nichtraucherschutzgesetzen ein, die die produktspezifischen Besonderheiten der Zigarre berücksichtigen.

Zigarrengenuss

Zigarren
werden oft an speziell hierfür vorgesehenen Orten, etwa in Zigarrenlounges bei Fachhändlern und in Hotels, geraucht. Nichtraucher besuchen diese Orte nicht, da sie ausschließlich zum Zwecke des Zigarrengenusses existieren. Ein Nichtgewähren solcher Ausnahmen dient nicht dem Nichtraucherschutz, sondern schränkt die Entscheidungsfreiheit der Bürger ein, vernichtet Arbeitsplätze und grenzt gesellschaftliche Gruppen aus.